Choreographie John Cranko Musik Anton von Webern Passacaglia, op. 1 Uraufführung 7. November 1965, Stuttgarter Ballett
Vier große Komponisten und vier Meister der Choreographie treffen in diesem Ballettabend zusammen, und in allen Fällen zeigt sich der Tanz ganz der Musik verpflichtet. Ihre Verehrung für das jeweilige Orchesterwerk und seinen Urheber demonstrierten John Cranko 1965, Jiří Kylián 1981, Uwe Scholz 1991 und William Forsythe 1995 auf formal ganz unterschiedliche, jedoch stets hochmusikalische Art.
Drei Werke wurden für das Stuttgarter Ballett geschaffen und das herausragende Können seiner Tänzer war für Cranko ebenso wie Jahrzehnte später für Kylián und Scholz ein wesentlicher Impulsgeber für Choreographien, die von Stuttgart aus die Welt eroberten. Reich an technischen Herausforderungen ist auch William Forsythes The Vertiginous Thrill of Exactitude, das fünf Jahre nach der Frankfurter Urauführung seinen Weg ins Stuttgarter Repertoire fand.
John Cranko schuf in völligem Einklang mit der Musik einen in Tanz umgesetzten Lebenszyklus als organischen Kreislauf von Werden und Vergehen. Getanzt in schlichten weißen Trikots kennzeichnen dramatische Gruppenszenen, außergewöhnliche Hebungen und hochemotionale Pas de deux des Hauptpaares seine Choreographie Opus 1.